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Europäische Gesellschaft für seelische Gesundheit und Taubheit
Die europäische Gesellschaft für seelische Gesundheit und Taubheit (ESMHD) ist eine internationale Organisation zur Förderung der seelischen Gesundheit gehörloser Menschen in der Europäischen Union und den weiteren europäischen Ländern.

Geistige Gesundheit beinhaltet eine gesunde emotionale, soziale und psychologische Entwicklung ebenso wie die Prävention und Behandlung psychischer Krankheiten und anderer Störungen.

Die ESMHD konzentriert sich vorwiegend auf Menschen, die vor dem pracherwerb ertaubt sind und deren erste oder bevorzugte Sprache die Gebärdensprache ist.

Daneben interessiert sich die Organisation auch für die seelische Gesundheit anderer Hörgeschädigter unabhängig vom Zeitpunkt des Auftretens oder vom Ausmaß der Hörschädigung.

Hintergrund
Die ESMHD wurde 1986 von einer Gruppe von Menschen aus vier Ländern gegründet.

Die ESMHD setzt sich zusammen aus einem Rat mit zwei Repräsentanten aus jedem Mitgliedsland und einem kleinen Exekutivkomittee.

Von den Ratsmitgliedern wird erwartet, daß sie Informationen in ihre Länder weitergeben und die Organisation über Entwicklungen in ihren Ländern informieren.

Der Rat repräsentiert die meisten Länder der Europäischen Union und einige andere europäische Länder.

Es gibt formale Kontakte mit dem europäischen Regionalsekretariat der Weltvereinigung der Gehörlosen, dem europäischen Regionalbüro der WHO und dem europäischen Regionalrat der Weltvereinigung für seelische Gesundheit.

Themen
Seit der Gründung der ESMHD sind neue psychosoziale Dienste für Gehörlose entstanden, bestehende Dienste wurden ausgebaut und modernisiert, aber im allgemeinen haben gehörlose Menschen in Europa noch nicht auf allen Ebenen den gleichen Zugang zu psychosozialen Diensten.

In zuvielen Ländern gibt es nur begrenzte oder gar keine speziellen Hilfen oder Dienste.

Die Auswirkungen auf die seelische Gesundheit sind bei allen Gruppen spürbar, die diskriminiert werden oder nur über begrenzte Möglichkeiten verfügen, gehörlose Menschen haben aber noch ein signifikantes zusätzliches Problem.

Ihre Sprache, die Gebärdensprache, unterscheidet sich von jener ihrer Familie, ihres Heimatlandes und der Gesellschaft, in der sie leben.

Aktivitäten
Die ESMHD organisiert alle drei Jahre internationale Kongresse in verschiedenen Ländern. Kleinere internationale Workshops und der Austausch aktueller Themen sind häufig und werden oft in Verbindung mit Ratstreffen organisiert.

Sie wurden entworfen, um Fortbildungsmöglichkeiten zu verbessern und die Geschäftsführung der Organisation zu erleichtern.

Die Organisation versucht den Austausch von Fachleuten und Kenntnissen zwischen mehr und weniger entwickelten Ländern zu ermöglichen, denn auf diesem seltenen Arbeitsgebiet benötigt sogar das Personal in mehr entwickelten Gegenden kontinuierlichen Rückhalt und Ermutigung.

Ziele
Die ESMHD strebt in ganz Europa die Förderung folgender Ziele an:

  • Entwicklung psychotherapeutischer Möglichkeiten entsprechend den Bedürfnissen Gehörloser;
  • Aufbau spezialisierter Dienste für Gehörlose mit psychischen Problemen;
  • Entwicklung spezialisierter Habilitations- oder Rehabilitationsmöglichkeiten für Gehörlose, welche keine Möglichkeiten hatten, lebenspraktische Fähigkeiten zu erwerben beziehungsweise sich diese wieder aneignen müssen;
  • Wecken der Sensibilität für Themen der seelischen Gesundheit Gehörloser sowohl bei den Professionellen als auch in der Öffentlichkeit, bei Gehörlosen und Hörenden;
  • Ausbildung sowohl Gehörloser als auch Hörender auf dem Gebiet der seelischen Gesundheit Gehörloser;
  • Möglichkeiten für gehörlose Menschen zu schaffen, selbst in den Diensten für Gehörlose mitzuarbeiten;
  • Schaffung eines Netzwerkes interessierter Menschen in jedem Land;
  • Sammlung und Verteilung von Informationen über die seelische Gesundheitsfürsorge für Gehörlose;
  • Forschung über seelische Gesundheit und Taubheit;
  • Achtung der Sprache und Kultur gehörloser Menschen;
  • Austausch von Ideen und Hilfen für alle, die an der seelischen Gesundheit Gehörloser interessiert sind.

Gebärdensprache
Allzu oft wird die Gebärdensprache von der Gesellschaft unterdrückt, ungeachtet dessen, daß sie die Hauptsprache der Frühertaubten ist. Alle, die in psychosozialen Diensten für Hörgeschädigte tätig sind, müssen die Gebärdensprache beherrschen. Zum Beispiel sind praktische Ärzte ohne Dolmetscher unfähig, die Vorgeschichte eines gebärdenden gehörlosen Patienten zu erheben und sie können das psychische Zustandsbild eines Gehörlosen nicht einschätzen, wenn sie die Gebärdensprache selbst nicht flüssig beherrschen.
Sie haben Schwierigkeiten in der Diagnostik und Behandlung den Zugang zum Patienten zu finden, es sei denn, sie beschränken sich auf ein rein medikamentös orientiertes Vorgehen.

Das Personal, welches mit Gehörlosen aller Altersstufen arbeitet, wird sich immer mehr der Bedeutung der Seelischen Bedürfnissen bewußt, doch allzu oft wird sie noch vernachlässigt. Eine verbesserte seelische Gesundheit wird aus der Anerkennung der Sprache der Gehörlosen, ihrer Kultur und ihrer Lebenserfahrungen resultieren. Professionelle müssen die Gebärdensprache flüssig beherrschen und Kenntnisse der speziellen Bedingungen in Prävention, Einschätzung und Behandlung psychische Probleme Gehörloser besitzen.

Das Bewußtsein der Öffentlichkeit und der Professionellen für Gehörlose für die seelischen Bedürfnisse gehörloser Kinder, Erwachsener und ihrer Familien ist lebensnotwendig für eine angemessene kindliche Förderung, Erziehung und ist erforderlich für Behandlungsstrategien.
 
 
© 2006 European Society for Mental Health and Deafness